being veggie

gedanken, Nachhaltigkeit

Vegetarismus und Veganismus. Zwei Themen, die momentan viel Raum einnehmen. Und das ist auch richtig so. Wieso weshalb warum? Ich will heute meine Erfahrungen mit dir teilen, über Gründe schreiben und Anstöße geben. Also los.

Vor zwei Jahren zur Fastenzeit hat mich eine Freundin gefragt, ob ich mit ihr Fleisch fasten würde. Ich selbst bin zwar nicht besonders religiös, aber ich hatte mir zu dem Zeitpunkt sowieso schon lange den Kopf über meinen Fleischkonsum zerbrochen und das schien mir ein guter Anfang zu sein, noch dazu mit einem abgesteckten Zeitrahmen.

Vorher dachte ich: Ganz ohne Fleisch, das schaff ich einfach nicht. Das wird sicher mega hart.

Nachher dachte ich: Okay, das war eigentlich schon eher leicht.

Als die Fastenzeit zuende war, beschloss ich ein Teilzeit – Vegetarier zu werden und mir nur zwei mal im Monat den Fleischkonsum zu erlauben (Fisch ausgenommen). Das hab ich dann auch wirklich lange, ziemlich konsequent durchgezogen. Nach einem Jahr etwa hatte ich dann eigentlich eh nur noch selten überhaupt Lust auf einen Burger oder Spaghetti Bolognese. Also esse ich mittlerweile, wenn überhaupt, einmal im Monat Fleisch.

Ich glaube, wenn man es zulässt, ermutigt ist und es wirklich will, dann entkommt man bestimmten Mustern sehr schnell. Und Fleisch essen ist ein Muster. Wie oft isst man Fleisch, weil die Speckwürfel in der Soße so im Rezept standen, weil man sich blöd vorkommt einen vegetarischen Burger zu bestellen oder weil man eben schon seit der dritten Klasse Schinkenbrote isst? Und wie oft isst man Fleisch, weil man jetzt bewusst Fleisch genießen möchte? Stellst du dir diese Fragen wird dir wahrscheinlich klar, dass du vielleicht doch auch ohne die tägliche Ration totes Tier ganz gut überleben könntest.

Aber, und das steht auch für mich außer Frage, Fleisch ist und bleibt einfach lecker. Deshalb habe ich auch mit mir selbst ausgemacht, dass ich mir einmal im Monat bewusst eine Auszeit vom Weltverbessererjob (dieses Wort bitte nicht zu ernst nehmen haha) nehmen darf. Und ja, es kommen blöde Kommentare. „Du bis ja gar kein richtiger Vegetarier.“ „Das ist ja totales schummeln, was du machst“ „Eigentlich isst du einfach nur wenig Fleisch“. An alle da draußen, die diese Meinung zu Teilzeit – Vegetariern wie mich haben: Was ich mache, ist wenigstens ein Anfang. Ich behaupte ja gar nicht, dass ich die Massentierhaltung morgen beenden kann, aber wenn wir alle Teilzeit – Vegetarier wären, dann würde das doch ganz schön schnell gehen. Oder?

Und beim Stichwort Massentierhaltung wären wir auch gleich bei meinem Grund. Ich esse kein Fleisch, weil es mir um die Tiere geht. Ich behaupte nicht, dass es gesünder wäre, mich widert Fleisch nicht an, ich kann diese ekligen Schlachtungsfilme anschauen und danach trotzdem Hunger auf Chicken Wings haben. Ich mache es ausschließlich deshalb, weil ich finde, dass bei unserer Tierhaltung etwas gewaltig schief läuft. Ganz gewaltig. Und auch (Auch? Was läuft denn noch schief? Schau vorbei: Fast Fashion )hier handeln leider viele nach dem Motto: Augen zu und durch. Aber wir können uns doch nicht einfach vor allem, was in der Welt verändert werden muss, verstecken. Das ist keine Lösung. Es ist an uns jetzt etwas zu ändern. Es ist an uns auch den nächsten Generationen eine lebendige Erde zu hinterlassen.

Das Fleisch ist auch nur der Anfang. Wenn du das hier liest und Veganer bist, dann hab ich wirklich einen riesen Respekt vor dir. Denn unseren Milchkühen und Legehennen geht es leider auch sehr, sehr schlecht. Ich habe immer wieder Phasen, in denen ich mich intensiver mit dem ganzen Thema auseinander setze und weniger Eier und Milch kaufe, aber so richtig Zugang hab ich zum Veganismus leider noch nicht gefunden… Das fängt beim Käse an, geht übers Spiegelei und hört beim Joghurt auf. Es gibt einfach zu viele leckere Dinge auf die man im Veganerdasein verzichten muss. Trotzdem hab ich das Ganze noch nicht aufgegeben!

Wenn du dich mal ein bisschen informieren möchtest und sehen willst, ob die eigenen Argumente gegen Veganismus tatsächlich so wasserfest sind wie du denkst, dann empfehle ich dir den YouTube Kanal „Artgenosse“ . In jedem der etwa zehnminütigen Videos spricht der Moderator über ein gängiges Vorurteil (Mangelernährung, man kann eh nichts ändern, Kühe müssen gemolken werden usw.). Manchmal wird in einer Ecke noch ein schlimmes Video eingeblendet. Die Art und Weise wie der „Artgenosse“ argumentiert ist unglaublich fesselnd und kaum noch zu entkräften. Außerdem basieren seine Videos auf Fakten und sind nicht nur loses Gerede. Also unbedingt mal reinschauen!

Zur Fastenzeit ist es wohl noch eine Weile hin, aber vielleicht können wir uns alle ja vornehmen in der Vorweihnachtszeit vegetarisch oder vegan zu leben. Schließlich gibt es in diesen Wochen genug leckere Plätzchen durch die man seinen Fleischkonsum ersetzen kann! Also setze dir am besten ein konkretes Ziel, je nach dem wie involviert du schon bist. Kein Fleisch, keine Milch, keine Eier? Nur zwei mal die Woche? Alles auf einmal? Das ist deine Entscheidung. Lass dich von niemandem abbringen, der dir sagt du würdest etwas nicht konsequent genug machen oder nicht richtig. Deine Ernährung ist deine ganz persönliche Sache und du kannst mit dir selbst ausmachen, was okay ist und was nicht.

Und eins verspreche ich dir: Wenn du dann die Weihnachtsgans isst, nach vielen Tagen ohne Fleisch, wirst du wieder richtig wertschätzen können, wie toll so ein Stück Fleisch doch schmeckt.

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5 Gedanken zu “being veggie

  1. Pingback: simple kitchen
  2. Ich habe immer wieder Respekt vor Leuten, die das so konsequent durchziehen können. Ich bemühe mich zwar auch, habe aber auch immer wieder schwache Momente, in denen ich einfach nicht auf Fleisch verzichten kann. Allerdings achte ich mittlerweile viel mehr auf meine Ernährung insgesamt. Es ist aber, wie so vieles andere auch, ein Lernprozess.

    Gefällt 1 Person

    1. Huhu du, danke für deinen Kommentar!
      Für mich war einmal Fleisch im Monat ein guter deal und je länger man dabei ist, desto weniger hat man überhaupt Lust drauf. Und natürlich hast du recht, die Ernährung umstellen das geht einfach nicht von heute auf morgen und das ist okay 🌸 solange du schon das Bewusstsein dafür entwickelt hast, bist du wahrscheinlich vielen anderen schon einen Schritt voraus…
      liebe Grüße, Celine 🎀

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